Stimmen zum Buch


Eckhard Holler (zecko) Mitteilung des "Mindener Kreises" an die Referenten der Jurtengespräche, 24.10.2013

Höhepunkt der Jurtengespräche war die Lesung des 94-jährigen berry Westenburger aus seinem autobiographischen Buch "Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel" über bündischen Jugendwiderstand in der Hitlerzeit, die in die Großjurte des Westforums verlegt und von über 150 Zuhörern besucht wurde.

Mark Cheret (Freier Redakteur der Zeitschrift "scouting") 14.05.2013

Das vorliegende Buch "Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel" von Herbert "Berry" Westenburger ist ein bewegendes autobiografisches Werk, das aus meiner Sicht Qualitäten "bündischer Pflichtlektüre" aufweist.
Wer dieses Buch gelesen hat, weiß unsere heutige Freiheit, in der wir unseren Trieb nach Fahrten, Ferne und Abenteuern in unseren Bünden ausleben können, umso mehr zu schätzen.

Prof. Dr. Titus Simon (Professor an der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) mit dem Schwerpunkt "Jugendarbeit und Jugendhilfeplanung") Februar 2013

Lieber Herr Westenburger,
vielleicht können Sie sich an unsere Begegnung in der vhs Offenbach erinnern, wo ich über Jugendkulturen der Weimarer Republik vorgetragen und es genossen habe, Sie dort als kompetenten Zeitzeugen anzutreffen. Ich wollte Ihnen schon seit Längerem zu Ihrem ganz ausgezeichneten Buch "Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel" gratulieren, das ich mit großem Interesse gelesen habe. Es ist reich an Informationen und zeigt auch Facetten auf, die langsam aus dem Erinnerungsschatz zu verschwinden drohen.......
Viele Grüße Prof. Dr. Titus Simon

Professor Dr. Eberhard Kolb (emeritierter Professor für Geschichte, Universität Köln) 19. 12. 2011

Lieber Berry,
Dein Buch präsentiert sich in schöner äußerer Aufmachung, und auch der Inhalt ist höchst lesenswert.
Ich habe mit der Lektüre begonnen, und schon nach ein paar Dutzend Seiten kann ich konstatieren,
daß Dir eine eindringliche und eindrucksvolle Darstellung Deiner jungen Jahre gelungen ist.
Du schreibst in einem makellosen, lebendigen Stil, so daß die Lektüre zu einem Lesevergnügen wird.
Der Historiker darf anmerken, daß der allgemeine Kontext des Zeitgeschehens zutreffend skizziert wird.
Mit allen guten Wünschen Dein Eberhard

Hessisches Hauptstaatsarchiv September 2011

Sehr geehrter Herr Westenburger,
inzwischen habe ich Ihr Buch "Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel" - fur dessen freundliche Übersendung ich nochmals zu danken habe - endlich gelesen, und ich muss sagen, dass Ihnen damit ein wirklich großer Wurf gelungen ist. Zum einen ist es natürlich ein autobiographisches Selbstzeugnis, sind es Ihre ganz persönlichen Erinnerungen, zum anderen entfuhrt es aber auch auf richtig packende Weise in die Welt der Bündischen Jugend und bringt die 30er und 40er Jahre den heutigen und vor allem den künftigen Leserinnen und Lesern nahe. Nicht zuletzt ist es aber auch ein Beitrag zur Geschichte "unserer" Region (abgesehen natürlich von der Schilderung Ihrer Zeit in Krieg und Gefangenschaft, immerhin auf drei Kontinenten).

Zu Recht gehen Sie immer wieder auf die allgemeinen zeitgeschichtlichen Hintergründe ein - oft auch mit Zitaten aus archivalischen Quellen (die Sie ja ausgiebig herangezogen haben) -, und auch dies fügt sich tadellos ein in die flüssige Darstellung Ihres Berichts. Dass das bewusste und dann auch mutige Ringen um die freie Bildung der eigenen Persönlichkeit in einer der bewegtesten Zeiten des vergangenen Jahrhunderts möglich war - unter weißgott widrigen Umständen -, das wird viele Leserinnen und Leser ebenso überraschen wie überzeugen. In den meisten Geschichtsbüchern wird man dies vergeblich suchen. Dafur, dass Sie die Schilderung Ihrer Jugendzeit, der Verfolgungsmaßnahmen, denen Sie und Ihre Familie ausgesetzt waren, Ihrer Kriegszeit - mit den beiden abenteuerlichen Fluchtversuchen - und des unter turbulenten Umständen vollzogenen Neubeginns nach dem Krieg noch in so fortgeschrittenem Alter zu Papier gebracht haben, gebührt Ihnen Dank und hoher Respekt. Mit Ihrem Buch haben Sie damit wohl einen der letzten authentischen Berichte zu den Lebensbedingungen einer Generation geliefert, deren Jugend von Nazi-Diktatur, Krieg und den ganz eigentümlichen Umständen der Nachkriegszeit geprägt war.

Bereits im April 1991 haben Sie dem Hessischen Hauptstaatsarchiv ein ausführliches Interview über Ihre bewegte Jugendzeit gegeben. Zusammen mit diesem Tondokument wird nun auch Ihr Buch (das in die hiesige Dienstbibliothek eingestellt ist) allen künftigen Nutzerinnen und Nutzem ein lebendiges, eindrucksvolles Zeugnis dafür ablegen, dass damals Nazi-Barbarei und Mitläufertum nicht alles waren. Lassen Sie recht bald wieder von sich hören!

Frankfurter Rundschau 18.09.2010, Auszug:

Portrait Herbert (Berry) Westenburger von Moritz Zimmermann

"...Im August 2010 wurde sein jahrelanges Berichten, besonders vor Jugendlichen, mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Etwa, als er 2004 mit einer Schülergruppe beim hessenweiten Wettbewerb "Was bedeutet uns der Widerstand gegen den Nationalsozialismus heute?" mitmachte und die jungen Menschen so mitreißen konnte, dass diese den zweiten Platz holten. Doch gereicht hat ihm das nicht. Zum Glück, denn er setzt sich weiterhin für die Demokratie und gegen das Vergessen ein.
Ich will erreichen, so der Autor, dass sie alles hinterfragen und nicht jedem Guru hinterher laufen."


Pfingstgespräch 2010, Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck

Berry Westenburger erzählt und liest über sein Leben. Einführung: Prof. Dr. Jürgen Reulecke, Pfingstsonntag, 23.05.2010, 11Uhr Burg Waldeck, Sälchen.

Was hat uns die Altersgruppe der heute Neunzigjährigen hinterlassen? Was hat sie uns noch zu sagen? Diese und ähnliche Fragen stellte Prof. Dr. Jürgen Reulecke...in seiner kenntnisreichen Einführung zum diesjährigen sonntäglichen Pfingstgespräch. Noch - nicht mehr allzu lange - besteht die Möglichkeit, Zeitzeugen vergangener geschichtlicher Epochen, die die Welt nachhaltig veränderten, zu befragen.

Berry Westenburger, der im Januar dieses Jahres seinen 90.Geburtstag feiern konnte, stand während des Pfingstgesprächs im vollbesetzten Sälchen Rede und Antwort, auch zu durchaus kritischen Fragen. Er ist ein hervorragender, äußerst wacher Zeitzeuge, ausgestattet mit einem phänomenalen Gedächtnis und einer überaus lebendigen humorvollen Art zu erzählen. Gespannt verfolgten die Zuhörer die Stationen eines abenteuerlichen Lebens:

Als Jugendlicher raus aus dem "Etikettenprogramm" der Eltern, der Nerother Wandervogel als Familienersatz, "die Jugendbünde waren Suchende ... durch Irrtümer zu neuen Zielen", Gestapo-Gefängnis wegen "Wandern und Singen in einer Freundesgruppe", Soldat in Frankreich, Italien, Tunesien, wiederum Gefangenschaft, Tod der Mutter in Auschwitz (am 7.Mai 2010 Stolpersteinverlegung zur Erinnerung an die Verstorbene...) Gefangenschaft in den USA, Ausbruch aus der Gefangenschaft, Flucht durch Alabama, schwarze Witwen und Klapperschlangen...

Dies alles ist nachzulesen bei Herbert Westenburger, Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel, Versuche jugendlicher Selbstbestimmung, Spurbuch-Verlag, Baunach 2008


Am 24.01.2009 veranstaltete das Freie Bildungswerk Balduinstein eine Lesung und Buchvorstellung mit Herbert Westenburger. Hierzu meldet sich ein Zuhörer in einem Leserbrief:

"... Die Gelegenheit bietet sich nicht häufig - und sie wird sich in Zukunft sicher immer seltener bieten. Wann bekommt man schon mal einen echten bündischen Zeitzeugen zu sehen. Diese Chance wollten sich rund 50 Bündische im Alter von 9 bis 90 nicht entgehen lassen. Berry erzählte einem gespannten Publikum aus seiner Jugend im Dritten Reich und der Nachkriegszeit. Besonders spannend wurde es im Sälchen, wenn Berry von heimlichen Fahrten mit anderen verbotenen Gruppen, Saalschlachten mit der Hitlerjugend und seinen Verhaftungen berichtete. Nicht weniger seine Kriegserlebnisse in Afrika, seine zwei Fluchtversuche aus der Gefangenschaft und seine Rolle beim Wiederaufbau der Jungenschaft im Nachkriegsdeutschland."

 

Bundesführer Andreas Gürke am 23.08.2008, anlässlich des jährlichen Bundestreffens des Weinbacher Wandervogels, ein in Frankfurt und Umgebung beheimateter Bund:

"...Eine wesentliche Botschaft des Buches geht von dem untereinander gewährten Vertrauen, der Verlässlichkeit und den Freundschaften aus. Deshalb vor allem ihr Jüngeren, nutzt jede Gelegenheit Ältere zu deren Erlebnissen zu fragen. Vor allem aber auch zu den beiden deutschen Diktaturen. Dann wird sich gewiss vieles besser erschließen. und verständlicher werden. ...So mag uns denn die folgende Stunde nicht nur Einblicke in die Welt junger Bündischer während der Verbotszeit im Nationalsozialismus geben, sondern auch Ansporn sein, immer aufs Neue Handlungen mit dem eigenen Gewissen in Einklang zu bringen. Auch wenn es nicht leicht ist, Berry und seine Freunde jedenfalls hatten es ungleich schwerer und sind sich dennoch treu geblieben."


Professor Dr. Arnold Klönne (emeritierter Professor für Soziologie, Uni Paderborn), 04.08.2008

Lieber Berry, inzwischen habe ich Dein Buch verschlungen und bin sehr angetan davon. Mir gefällt ganz besonders, dass Du die persönliche Geschichte außerhalb des Bündischen und auch die Zeitereignisse mit den jungenschaftlichen Erlebnissen verbunden hast. Aber das ist Vergangenheit - eine immer noch interessante für mich.
Herzliche Grüße Arno

Dr. Matthias von Hellfeld Historiker (Deutschlandfunk und Deutsche Welle), Köln 23.06.2008:

Lieber Berry, ich habe mit Vergnügen schon weite Teile Deines Buchs gelesen. Manches kannte ich schon aus dem kleinen Taschenbuch bei Fischer (v.Hellfeld, Davongekommen, 1990), anderes war mir neu und spannend zu lesen. Abgesehen von einem wirklich gelungenen Schreibstil, der das Lesen zu einem Vergnügen werden lässt, zeichnest Du ein gelungenes Zeitbild nach. Für uns später Geborene ist es immer noch schwer nachzuvollziehen, was es heißt, in einer Diktatur zu leben.
Viele Grüße und Chapeau! Matthias

Klaus (Molo) und Gisela Möller

Herbert (Berry) Westenburger in der Frankfurter Bibliothek der Alten des Historischen Museums

Am 9.Mai 2007 traf sich ein illustrer Kreis von rund 80 Personen, quer durch die Generationen und aus mehreren Ecken Deutschlands. Anlass war die Übergabe des ca.300 Seiten starken Lebensberichtes von Berry an die Bibliothek der Alten. Der quicklebendige 87jährige Jugendbewegte las ausgewählte Kapitel aus seinem Bericht. Wolf von Wolzogen moderierte. Hein und Oss sangen zu Beginn "Wir wollen zu Land ausfahren.."

Aber was hat das Leben des 1920 geborenen an sich, dass sich eine Bibliothek und ein stattliches Auditorium dafür interessierte. Finden Sie es selbst heraus!

Klaus (Molo) Möller und seine Frau Gisela, beide für die Öffentlichkeitsarbeit der Burg Waldeck verantwortlich, veröffentlichten obige Zeilen im Mitteilungsblatt "Das Köpfchen" der ABW.



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